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Ralf Manthey

Beratung für sensitiv-medial veranlagte Menschen

  Informationen und Hintergründe
für sensitiv-medial veranlagte Menschen
zusammengestellt von Ralf Manthey


1. Wie äußert sich eine sensitiv-mediale Veranlagung?

Zunächst einmal möchte ich zwischen Sensitivität und Medialität unterscheiden, auch wenn die Grenzen in der Praxis fließend sind:

Sensitivität: Mit dem Begriff Sensitivität ist hier nicht die narzisstische Überempfindlichkeit eines selbstbezogenen Menschen gemeint (im Volksmund auch oft „Mimose“ genannt), sondern vielmehr eine Bewusstseinsqualität. Umso feiner das Bewusstsein eines Menschen entwickelt ist, umso sensitiver ist er. Eine hohe Sensitivität bzw. Bewusstseinsqualität spiegelt sich auf der körperlichen Ebene durch ein fein ausgebildetes Nervenkostüm wieder, welches sehr sensibel auf innere und äußere Einflüsse/Reize reagiert. Auf der emotionalen Ebene verfügen hoch-sensitive Menschen über ein ausgeprägtes und differenziertes Empfindungsvermögen, was sich oft durch Empathie und Mitgefühl ausdrückt. Sensitivität zeigt sich im geistigen Bereich durch eine überdurchschnittliche Intelligenz (Reflektionsvermögen), Verantwortungs- gefühl und eine ausgeprägte Intuition.

Medialität: Im Fremdwörterlexikon (Axel Juncker Verlag, Ausgabe 2001) findet man unter dem Begriff „Medium“ folgende Definition: „Ein Mensch, der angeblich fähig ist, übersinnliche Botschaften (z.B. von Geistern, Verstorbenen) zu empfangen“ (Zitatende). Medialität heißt also nichts anderes als „empfänglich zu sein“ und/oder etwas „zu übermitteln“. Im klassischen Sinne steht Medialität für Hellhörigkeit (z.B. Stimmen hören) und Hellsichtigkeit (z.B. Geister und Verstorbene sehen, Vorausahnungen und Visionen), aber auch die Weitergabe von (heilenden) Energien gehört dazu.
 
Medialität muss nicht unbedingt eine angeborene Anlage sein, z.B. kann Medialität durch schwere Krisen, durch Todesnähe, durch eine psychische Störung oder durch eigenmächtiges Öffnen medialer Kanäle (Missbrauch) aktiviert werden.
 
 
2. Der evolutionäre/ gesellschaftliche Stellenwert einer sensitiv-medialen Veranlagung?

Nach der amerikanischen Psychologin Elaine N. Aron (Autorin des Buches „Das hochsensible Kind“) ist jeder fünfte bis achte Mensch - also ca. 15 - 20 % der Bevölkerung - eine hoch sensible, sensitive Person. Die Tendenz ist zunehmend. Meiner Meinung nach ist ein nicht unerheblicher Teil davon auch medial veranlagt. Diese Veranlagungen gehören eigentlich zum evolutionären Rüstzeug des Menschen, nur sind sie unterschiedlich bei dem einzelnen ausgeprägt.
Sensitivität bzw. Feinfühligkeit wird zwar in unserer westlichen Leistungsgesellschaft oft eher für schwach gehalten (und bei Männern für unmännlich), wird aber allgemein als Tatbestand akzeptiert. Bei der Medialität verhält es sich schon ein wenig anders. Besonders sehr materiell orientierte Menschen halten mediale bzw. übersinnliche Fähigkeiten entweder für Hirngespinste oder sie sehen sie sogar als Folge einer psychischen Krankheit. Leider hat die oberflächliche und teilweise überzogene Darstellung (z.B. einiger abgehobener und weltfremder Medien, Wahrsager, Kartenleger etc.), wie man sie manchmal in gewissen esoterischen Kreisen antrifft, mit zu dieser ablehnenden Reaktion beigetragen.
Natürlich hat eine sensitiv-mediale Veranlagung auch ihre Schattenseiten und erfahrungsgemäß wird damit - nicht selten - Missbrauch getrieben. Die Gesellschaft tut sich und den Betroffenen aber keinen Gefallen, wenn sie dieses Thema einfach nur ausblendet oder es ausschließlich dem Bereich der „psychischen Störung“ zuordnet.
Am eigenen Leib musste ich schon als Kind erleben, wie es ist, wenn man mit seiner medialen Veranlagung nicht ernst genommen wird und keine entsprechende Aufklärung über die Risiken erhält. Die anschließende Verdrängung meiner Anlage hatte nur dazu geführt, dass diese sich unbewusst auf negative Weise ihren Weg bahnten, die Folgen waren für mich und meine Mitmenschen nicht gut. Zu der Zeit gab es für mich keine Personen oder Anlaufstellen, die sich mit diesem Thema auskannten und mir helfen konnten. Erst nach langer Suche bekam ich die nötige Unterstützung und Aufklärung durch eine erfahrene und seriöse spirituelle Lehrerin. Daher würde ich mir wünschen, dass es viele kompetente Berater oder Einrichtungen gibt, die diesen sensitiv und medial veranlagten Menschen helfen, ihre Fähigkeiten besser zu verstehen, zu kontrollieren und positiv auszurichten (besonders aber Kinder benötigen diese Hilfe). Dazu gehört natürlich die Aufklärung über die Risiken dieser Veranlagung.


3. Was sind die Merkmale einer „gesunden“ sensitiv-medialen Veranlagung?

Wenn sensitiv-medial veranlagte Menschen ein erfülltes, ethisch ausgerichtetes und gut geerdetes Leben führen und ihre Fähigkeiten achtsam, kontrolliert und zum Wohle ihrer Mitmenschen einsetzen, ohne das wesentliche psychische oder physische Beeinträchtigungen auftreten, spricht man von einer „gesunden“ sensitiv-medialen Veranlagung. Dazu gehört auch, dass man gelernt hat, zwischen negativen und positiven Einflüssen zu unterscheiden und sich mit den Schattenseiten/Risiken dieser Veranlagung und den entsprechenden Schutzmaßnahmen auseinander gesetzt hat. Darüber hinaus ist auch die Zunahme der intuitiven (spirituellen) Kräfte ein Indiz für eine positiv gelebte mediale Veranlagung. Das langfristige Ziele ist, die sensitiv-medialen Veranlagungen zu spiritualisieren.


4. Was sind die Merkmale einer ungesunden bzw. „unkontrollierten“ sensitiv-medialen Veranlagung?

Nicht selten begegnet man sensitiv-medial veranlagten Menschen, die ihre Fähigkeiten nicht unter Kontrolle haben und sie daher mit den Schattenseiten dieser Veranlagung konfrontiert werden. Die Ursachen dafür können vielfältig sein:

• oft ist es den Betroffenen nicht bewusst, dass sie sensitiv-medial veranlagt sind, oder sie haben mangelndes Wissen über die Hintergründe und die Risiken dieser Veranlagung
 
• extreme Emotionalität und Instabilität
 
• falsche Anwendung und Missbrauch von medialen Fähigkeiten
 
• fehlendes Unterscheidungsvermögen und mangelnde Abgrenzung
 
• übermäßige Beschäftigung mit den medialen Bereichen
 
• eine labile Persönlichkeitsstruktur, fehlende Struktur und Disziplin


Dass es sich um eine „unkontrollierte“ sensitiv-mediale Veranlagung handelt kann man i.d.R. an folgenden Symptomen erkennen:


Sensitive Symptome:

• unkontrollierte Reizüberflutung, extreme Überempfindlichkeit und Reizbarkeit (z.B. ist man geräuschempfindlich und schreckt beim kleinsten Geräusch zusammen; Düfte werden extrem wahrgenommen etc.)
 
• eigene Gefühle und Gedanken können nicht mehr von den Gefühlen und Gedanken der Mitmenschen unterschieden werden (Identitätsverlust)

• übertriebener Rückzug und Isolation aus Angst vor den Einflüssen der Mitmenschen (Sozialphobie)

• Gefühlschaos, anhaltende negative Gefühle, starke Stimmungsschwankungen, Alpträume, Wahnzustände, Panikattacken, Burnout und Depressionen bis hin zu ernsthaften psychischen Störungen
 

Mediale Symptome:

• mangelnder Kontakt zur physischen Realität bzw. fehlende Erdung bis hin zur Handlungs- und Lebensunfähigkeit (man hat z.B. das Gefühl, dass das Leben einem entgleitet und der Alltag nicht aus eigener Kraft mehr bewältigt werden kann, mit der damit verbundenen Isolation)
 
• mediale Phänomene (z.B. Stimmen hören, Visionen, Geister sehen etc.) verselbständigen sich, ohne diese kontrollieren zu können

• häufige Trancezustände, Bewusstseinstrübungen, Fremdheitsgefühle, Konzentrationsstörungen und Erinnerungslücken bis hin zu Black-Outs

• überaktiver Solarplexus (z.B. starke Unruhezustände, Kribbeln bis hin zu nervösen Magenproblemen)
 
• Kreislaufprobleme, Erschöpfungszustände und starker Energieverlust, obwohl man sich vorher nicht körperlich verausgabt hat


5. Erste Hilfemaßnahmen und Hinweise zu einer gesunden Entwicklung einer  sensitiv-medialen Veranlagung

Bei jedem sensitiv-medialen Menschen sind die Veranlagung und die damit verbundenen Schwierigkeiten unterschiedlich ausgeprägt. Die richtigen Maßnahmen, um eine „unkontrollierte“ sensitiv-mediale Veranlagung positiv auszurichten, können eigentlich nur in einem persönlichen Gespräch erörtert und dann entsprechende individuelle Hilfen und Hinweise gegeben werden. Auch sind gerade am Anfang eine regelmäßige Begleitung und viel Übung hilfreich. Trotzdem möchte ich an dieser Stelle ein paar allgemeine Hinweise geben, die schon für viele sensitiv-medial Veranlagte nachweislich eine Hilfe waren.

HINWEIS: Die folgenden Hinweise beziehen sich ausschließlich nur auf den sensitiven und medialen Bereich. Bei körperlichen und psychischen Störungen sollte vorher immer ein Arzt oder Psychiater zu Rate gezogen werden!


Kurzfristige Maßnahmen

• Bei akuter starker medialer Reizüberflutung und negativen medialen Phänomenen (s. Beschreibung oben im Abschnitt 4) können als ersten Schritt zur Linderung  die 1. Hilfe Handgriffe und Schutzmaßnahmen, helfen, die man sich kostenlos von der Webseite www.phoenix-netzwerk.de herunterladen kann.

• Wer einen spirituell/ religiösen Zugang hat, kann auch durch Gebete Gott um Schutz bitten! Dies habe ich bei mir und anderen als sehr hilfreich erlebt.

• Bei anhaltenden negativen medialen Phänomenen, unbedingt erst einmal alle medialen und energetischen Techniken einstellen, für mindestens 3 Monate, bis die Ursachen mit einem kompetenten Berater geklärt worden sind. Folgendes sollte unterlassen werden:
Energiearbeit (anderen Menschen Energien senden etc.), Trancetechniken, ausgiebige Tagträumerei, Hypnose, Quija-Brett, Seancen, automatisches Schreiben, Wahrsagetechniken, Pendeln, Rückführungen, magische Praktiken, ausufernde Meditationsmethoden etc.

Stattdessen sollte man sich erden, indem man sich viel in der Natur aufhält, Sport ausübt oder im Garten arbeitet und sich auf die konkreten Alltagsangelegenheiten konzentriert.

KEINE Drogen (Marihuana, Kokain, Aufputschmittel etc.); auch sollte auf Alkohol verzichtet werden! Davon sind  Medikament, die vom Arzt/ Psychiater verordnet worden, natürlich ausgeschlossen.
 

Langfristige Maßnahmen

Selbstkontrolle, Struktur und Disziplin: Viele sensitiv Veranlagte nehmen wegen ihrer labilen Persönlichkeitsstruktur oft ungeschützt und unreflektiert die Emotionen und Einflüsse ihrer Umwelt auf. Bei medial Veranlagten kommt noch hinzu, dass bei ihnen häufig die “medialen Türen” weit offen stehen und sie von medialen Einflüssen (Visionen, Stimmen, Fremdeinflüssen) überschwemmt werden. Um dies in den Griff zu bekommen, sollten mentale Eigenschaften, wie Selbstkontrolle, Struktur und Disziplin entwickelt werden. Konkret für die Praxis bedeutet dies, dass man sich ständig selbst überwacht, was die eigenen Gefühle und Gedanken, aber auch die körperlichen Reaktionen anbelangt; und bei negativer Entwicklung sollte man sofort Gegenmaßnahmen ergreifen und es nicht passiv erdulden. Dazu gehört auch, dass man einen starken Willen und Ausdauer entwickelt und klare Ziele hat, die man unbeirrt von den vielen (inneren und äußeren) Einflüssen verfolgt. Gerade für sehr labile sensitive Menschen ist die Entwicklung einer mentalen Willensstärke und Disziplin oft ein Lebensthema. Man sollte daher nicht zu impulsiv handeln, sondern zielorientiert vorgehen. Eine regelmäßige Tagesstruktur kann dabei hilfreich sein.

Mäßigkeit und eine ausgewogene Lebensführung. Gerade sehr emotional geprägte sensitiv-mediale veranlagte Menschen geben sich ihren Emotionen oft unkontrolliert hin und neigen zu einem ausufernden und dramatischen Gefühlsleben. Aber auch im Handeln werden Grenzen dann oft nicht eingehalten und man neigt zu Extremen. Dies kann sich durch Selbstüberschätzung oder dem Gegenpol der Minderwertigkeit ausdrücken. Ausufernde Gefühle und extremes Verhalten führen aber langfristig zur Instabilität und dem Verlust an Lebenskraft. Dies führt wiederum zur Schwächung der Abwehr gegenüber negativen Einflüssen, mit der Folge, dass man immer schwächer und angreifbarer wird; bis hin zu psychischen und körperlichen Störungen. Daher ist gerade für sensitiv-mediale Menschen ein ausgewogenes und strukturiertes Leben so wichtig. So sollte man in seinen Gefühlsleben und seinem Handeln auf Mäßigkeit achten und Extreme vermeiden. D.h., dass man täglich seine Gefühle, sein Denken und Handeln auf Extreme hin überprüft und gegensteuert. In der buddhistischen Lehre findet man viele Anregungen zum Thema „Mäßigkeit“, und sie gilt als eine der wichtigsten Tugenden auf dem spirituellen Weg. Im Buddhismus wird auch gelehrt, dass man sich nicht mit den Emotionen und den Gedanken zu sehr identifizieren sollte, indem man sich z.B. sagt: „Ich habe Gefühle und Gedanken, aber ich bin sie nicht!“. So gewinnt man langfristig eine gesunde Distanz zu seinen Gefühlen und kann sie unter Kontrolle bringen.

Unterscheidungsvermögen entwickeln. Viele sensitiv-medial Begabte, die ihre medialen Fähigkeiten gerade entdeckt haben, stürzen sich oft euphorisch – ohne viel nachzudenken – in das Abenteuer ihrer medialen Eindrücke und Phänomene (z.B. Visionen, innere Stimmen). Gerade zu Beginn ist die mediale Welt erst einmal viel interessanter als der normale „banale“ Alltag. Wer möchte nicht über besondere Fähigkeiten verfügen, die ihn aus der Masse herausheben. Nicht selten kommt hinzu, dass medial Veranlagte in der esoterischen Szene Seminare besuchen, mit der Hoffnung, möglichst schnell ihre Fähigkeiten bei anderen Menschen anzuwenden und damit Geld zu verdienen (was natürlich sehr bedenklich ist; ein Chirurg würde ja auch nicht nach einem Wochenendseminar schon Patienten operieren). Ganz zu schweigen davon, dass eher selten in diesen Seminaren auf die Risiken hingewiesen wird. Dabei kann ich aus eigener Erfahrung belegen, dass der mediale Bereich viele Risiken in sich birgt, mit denen man früher oder später konfrontiert wird. So kann man z.B. durch angeblich “tolle Visionen” oder durch sogenannte „innere“ Botschaften in die Irre geführt werden - bis hin zur psychischen Krankheit. Oder man wird durch Impulse und Gedanken, die man für die eigenen hält - die aber in Wahrheit aus fremder Quelle stammen - manipuliert. Empathische Menschen haben häufig Schwierigkeiten, ihre eigenen Emotionen und Gedanken von den Emotionen/ Gedanken anderer zu unterscheiden.
Diese Unterscheidung zu entwickeln, dauert oft Jahre und kann nicht mit ein paar Tipps abgehandelt werden. Trotzdem möchte ich ein paar Hinweise weitergeben, die mir in der Praxis geholfen haben:

Bei medialen Eindrücken (wie Stimmen hören, Visionen, inneren Impulsen und Wahrnehmungen) sollte man immer sehr achtsam und kritisch vorgehen und den gesunden Menschenverstand einschalten. In stressigen Situation erst einmal zur Ruhe kommen und sich dann fragen: „Fühlt das Gehörte oder  Gesehene sich für mein ganzes Sein stimmig an oder kommt ein komisches Gefühl oder Bedenken auf?”. Jedem Zweifel unbedingt auf den Grund gehen. Kein klares Ja ist erst einmal ein Nein! Erst handeln oder reagieren, wenn man ganz klar ist. Wenn man gehandelt hat, sollte man die Ergebnisse hinterher überprüfen. Sind die Ergebnisse aufbauend und fruchtbar für das eigene Leben und seine Mitmenschen oder führt es in die Verschlechterung, den Abbau, Isolation, falschen Ehrgeiz und sogar in die Zerstörung/ Krankheit? Hatte man einen Zuwachs von Frieden, Liebe und Klarheit, oder nehmen Chaos, Unruhe, Aggressionen, Labilität und depressive Gefühle zu? Auf alle Fälle sollte man die Verantwortung für sein Handeln übernehmen können.

Erdung. Die physische Ebene ist der Anker, um seine sensitiv-mediale Veranlagung zu erden. Besonders bei sensitiv-medial veranlagten Menschen besteht die Gefahr, dass sie ihren Schwerpunkt zu sehr auf mediale (nicht-physische) Ebene verlegen und dadurch den Kontakt zur Realität bzw. dem Alltag verlieren. Sie leben dann  oft in  einer Art (illusionären) „Scheinwelt“, welches aber ohne konkrete physische Früchte bleibt und nicht selten sogar zu psychischen Störungen und Krankheiten führen kann.
Eine erste Maßnahme kann sein, dass man sich mehr auf physische Aktivitäten konzentriert, wie z.B. den Körper bewusst wahrnehmen, Sport, Spazierengehen, Garten- und Hausarbeit. Alle Verrichtungen im Alltag bewusst und wachsam ausführen, Konzentration auf die Gegenwart - das Tun/die Arbeit zur Meditation machen oder zumindest sehr achtsam und bewusst agieren.

Eine positive Lebensausrichtung ist eine wichtige Voraussetzung für eine gesunde sensitiv-mediale Entwicklung. Gerade labile sensitiv-mediale Menschen neigen dazu, besonders die Negativität ihrer Mitmenschen wie ein Schwamm aufzunehmen und sich damit zu identifizieren - bis sie irgendwann sich Selbst ganz verloren haben. Die Folge sind oft ernsthafte Identitätsprobleme und Entfremdungserlebnisse. So werden sie immer negativer und düsterer,  was nicht selten mit Depression und langfristig mit einem Burnout Syndrom enden kann. Deswegen ist die Kultivierung einer positiven Lebenshaltung so wichtig. So sollte man immer wieder seinen Blick auf die positiven Seiten des Lebens lenken. Darüber hinaus ist aber auch die Pflege einer dankbaren Haltung dem Leben gegenüber so wichtig. Oft hat man zu hohe Ansprüche und vergisst, für die kleinen Dinge und Ereignisse des Lebens dankbar zu sein. Dieses Thema brauche ich aber hier nicht zu vertiefen, weil inzwischen schon viele Bücher darüber erhältlich sind. Eine positive Haltung und Dankbarkeit dem Leben gegenüber schafft Freude, die man dann wiederum an seine Umwelt abstrahlt und so die Freude vermehrt. Hier wirkt dann die Gesetzmäßigkeit: “Worauf man die Aufmerksamkeit lenkt, wird größer!” Mit Freude meine ich hier aber nicht die oberflächliche Euphorie, die oft schnell wieder in den depressiven Gegenpol umschlägt, sondern die tiefe „innere“ Freude, die sich nicht von äußeren Bedingungen abhängig macht, aber auch nicht durch irgendwelche psychologischen Tricks erzwungen werden kann. Mir hat z.B. das Führen einer täglichen Freudeliste geholfen: Jeden Abend habe ich 10 Punkte notiert, die mir Freude gemacht haben. Z.B. das Lächeln eines Kindes, ein gutes Gespräch, dass man überhaupt lebt, eine Wohnung und genug zu Essen hat etc.

• Ethik und der Unterschied zw. Medialität und Spiritualität. Die Medialität, bzw. die mediale Ebene und die spirituelle (geistige) Ebene sind zwei verschiedene paar Schuhe; wobei die spirituelle (intuitive) Ebene über der medialen Ebene (auch oft astrale Ebene genannt) liegt. In vielen seriösen spirituellen Lehrtexten wird sogar ausdrücklich vor der medialen Ebene gewarnt, weil sie voller Gefahren ist und den spirituell Strebenden zu Fall bringen kann. Somit wird deutlich, dass eine mediale Veranlagung an sich nicht unbedingt mit einer spirituellen Reife zu tun hat. Zur positiven Weiterentwicklung ist es erforderlich, dass die mediale Veranlagung angehoben bzw. spiritualisiert wird. Eine mediale Veranlagung ist eigentlich nur eine Art (neutrales) Werkzeug. Es kommt vielmehr darauf an, wofür man dieses Werkzeug verwendet: wird es in erster Linie nur für persönliche, selbstsüchtige Zwecke oder zum Wohl seiner Mitmenschen genutzt.
Die mediale Veranlagung eines unreifen und sehr selbstbezogenen Menschen - so zeigt es die Praxis - ist oft eher ein Fluch als ein Segen und führt früher oder später auf den “dunklen Pfad”. In meiner Beratungspraxis sind mir nicht selten medial veranlagte Menschen begegnet, die ihre Fähigkeiten für selbstsüchtige Zwecke eingesetzt hatten, weil der (esoterische) Zeitgeist es ihnen vorgab und sie es als unmodern empfanden, sich an Gesetzmäßigkeiten und Gebote zu halten.
Aber die natürlichen Gesetzmäßigkeiten gelten trotzdem – ob man sie akzeptiert oder nicht - und man wird früher oder später mit den Folgen konfrontiert, wenn man sie nicht beachtet. Z.B. wenn man sich ohne das Wissen und die Zustimmung der Beteiligten, sich auf medialem Wege Informationen über seine Mitmenschen besorgt (was dem Tatbestand des “Ausspionierens” erfüllt), wird man früher oder später mit den negativen (körperlichen und psychischen) Rückwirkungen dieser unethischen Handlungen konfrontiert (psychische Störungen, Fremdeinflüsse etc.). Da helfen dann auch keine Schutzmaßnahmen mehr, denn man erntet ja, was man sät. So geraten diese Menschen immer tiefer in den Schlamassel. Einige suchen dann in ihrer Not esoterische Heiler oder Berater auf. Diese verschaffen ihnen vielleicht kurzfristige Linderung, aber die negativen Symptome kommen i.d.R. schnell wieder zurück; da ja die Ursache - das unethische Verhalten - nicht behoben ist.
 Um also eine gesunde Entfaltung einer medialen Veranlagung zu gewährleisten, ist es erforderlich, dass man an einer konsequenten ethischen Ausrichtung seines Lebens arbeitet. Die Ethik ist somit das Fundament bzw. die Voraussetzung für die spirituelle Ausrichtung des medialen Werkzeugs.
Zur Ethik gehören auch die Tugenden (wie z.B. Nächstenliebe, Ehrlichkeit, Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft, Friedfertigkeit etc.) und der selbstlose Dienst an seinen Mitmenschen. Dies darf natürlich nicht zu einem Helfersyndrom führen, noch sollte man andere missionieren.
Manuela Schindler vom Phoenix-Netzwerk hat sogar eine spezielle „Ethik für medial Begabte“ verfasst, die ich sehr empfehlen kann (man findet diesen Text auf der Webseite www.phoenix-netzwerk.de - dort findet man auch noch viele weitere wertvolle Informationen zu den Themen Sensitivität, Medialität und Spiritualität).

Ethisches Verhalten bietet außerdem auch einen natürlichen Schutz vor negativen Einflüssen und zieht somit automatisch - nach dem Resonanzgesetz - feinere spirituelle Kräfte an und fördert somit die geistige (spirituelle) Entwicklung.

• Ein fundiertes und intensives Studium (Bücher, Internet) über die Sensitivität und Medialität und ihre Hintergründe ist sehr zu empfehlen




 

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