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Sensitiv-medial veranlagte Kinder und Jugendliche - Gefahren und Chancen
von Ralf Manthey ©
Schon als kleines Kind wurde ich mit den Auswirkungen meiner angeborenen medialen Veranlagung konfrontiert; so hörte
ich mit 4 Jahren deutlich eine dunkle Männerstimme, obwohl ich (erwiesener Maßen) allein in meinem Kinderzimmer war. Da diese Stimme nicht gerade freundlich war, sondern sogar sehr bedrohlich, bat ich die
Erwachsenen um Hilfe. Diese lachten mich aber nur aus und zeigten kein Verständnis. Sie dachten sicherlich, dass ich nur meine kindlichen Phantasien erzählte. So verdrängte ich zunächst über Jahre relativ
erfolgreich diese Veranlagung und dachte schließlich selbst, dass mein Erlebnis mit 4 Jahren nur ein Hirngespinst war. Als ich ca. 28 Jahre alt war, wurde ich mit dieser Veranlagung wieder konfrontiert, indem
ich nicht nur (wieder) Stimmen hörte, sondern auch Visionen hatte. Da ich aber ansonsten körperlich und psychisch gesund war, war ich nicht allzu besorgt deswegen; vielmehr war ich neugierig und wollte diese
Phänomene näher ergründen. So landete ich zunächst in der esoterischen Szene, weil
ich dort Menschen mit ähnlichen Fähigkeiten traf. Aber ich erhielt dort keine angemessene Aufklärung über die Risiken einer medialen Veranlagung. So wurde ich bald auch mit den negativen Seiten dieser Veranlagung konfrontiert (wie z.B. unkontrollierte Medialität, Entfremdungsgefühle, Realitätsverlust, Erdungsprobleme und psychische Störungen), und mein Leben wurde immer instabiler. Erst Jahre später traf ich eine erfahrene spirituelle Lehrerin, die mich über die Hintergründe dieser
Veranlagung aufklärte und mir beibrachte, diese Veranlagung zu kontrollieren und positiv auszurichten.
Sensitiv-mediale Kinder annehmen
In meiner Tätigkeit als Berater und als Grundschullehrer, Familienhelfer und Erzieher sind mir viele Kinder und
Jugendliche begegnet, die eine ähnliche mediale Veranlagung aufwiesen, und genauso wie ich, in ihrer unmittelbaren Umgebung (Eltern, Lehrer, Ärzte, Psychologen etc.) auf wenig Verständnis und Unterstützung stießen.
Nicht wenige dieser Kinder haben daher diese Seite bei sich verleugnet. Aus eigener Erfahrung weiß ich aber, dass diese Veranlagung bei einer Verdrängung sich früher oder später unbewusst auf unkontrollierte und
negative Weise Bahn bricht und dann nicht selten zu psychischen Störungen führen kann. Ganz zu schweigen davon, dass diese Kinder sich von der Erwachsenenwelt im Stich gelassen fühlen. Lange habe ich mir gewünscht,
dass ich schon als Kind eine fachliche Hilfe und Anleitung gehabt hätte, so hätten sicherlich viele Irrungen vermieden werden können. Daher ist meine heutige Auffassung, dass man diese Kinder über ihre mediale
Veranlagung alters gemäß aufklären und sie unterstützen sollte, diese Veranlagung anzunehmen, sie zu kontrollieren und sie positiv in ihr Leben zu integrieren. Mein größter Wunsch wäre, dass es für Eltern
Anlaufstellen gibt - ähnlich wie die Erziehungsberatungsstellen - wo sie professionelle und seriöse Hilfe bekommen. Meine Angebote auf dieser Webseite sollen ein erster Schritt in diese Richtung sein. Eltern
haben eine wichtige Schlüsselposition, ob sich die medialen Fähigkeiten ihrer Kinder zum Guten oder zum Schlechten hin entwickeln. Der erste Schritt ist,
dass sie ihr Kind mit ihrer medialen Veranlagung erst einmal nur annehmen und ohne Vorurteile ihnen zuhören. Darüber hinaus können sie sich natürlich fachliche Hilfe holen, z.B. einen erfahrenen Berater, der sich mit den medialen Phänomenen auskennt.
Natürlich sollte man immer vorher durch einen Arzt und Psychologen mögliche körperliche oder psychische Störungen
ausschließen lassen.
Bevor ich nun näher darauf eingehen werde, was Eltern (gilt aber auch für Pädagogen etc.) konkret tun können, um ihre
medial veranlagten Kinder im Alltag zu unterstützen, möchte ich zunächst noch auf ein paar Hintergründe eingehen:
Die medialen Fähigkeiten äußern sich i.d.R. auf folgende Weise:
- Hellsehen = Wahrnehmen
von nicht-physischen Ebenen, wie z.B. Verstorbene, Vorausahnungen (Visionen), Farben etc.
- Hellhören = Wahrnehmung
von Stimmen und Gedanken der Mitmenschen (Telepathie)
- Hellfühlen = empathische Wahrnehmungen von Emotionen der Mitmenschen
und der Atmosphäre eines Ortes, hohes Einfühlungsvermögen
Das magische Alter
Psychologen und Pädagogen bezeichnen die Jahre zwischen dem 3. und 6. Lebensjahr bei Kindern das „magische Alter“. Sie
meinen damit aber weniger die tatsächliche Magie oder mediale Fähigkeiten, sondern viel mehr die Fähigkeit der Kinder, ihre Vorstellungswelt so auf die Realität zu übertragen, dass sie ihre „Phantasie“ für real
halten, bzw. Fiktion und Wirklichkeit nicht voneinander trennen können. Das mag auch in vielen Fällen stimmen, aber es gibt auch nicht wenige Fälle, wo der sogenannte „unsichtbare Spielkamerad“ ein echter
„nicht-physischer“ Spielkamerad ist. In diesem Fall handelt es sich dann nicht um eine Fiktion, sondern um eine Realität (auch wenn diese Realität nicht für alle Menschen sichtbar ist). Ein normal entwickeltes und
gesundes Kind kann i.d.R. die physisch sichtbare Welt und die (für viele Erwachsen nicht sichtbare) mediale Ebene gut von einander unterscheiden. Irritiert sind sie allerdings, wenn ihnen Erwachsene ihre medialen
Wahrnehmungen ausreden wollen oder sie sogar für krank halten. Trotzdem haben die Fachleute richtig erkannt, dass die Kinder irgendwann ihren Fokus von der medialen Ebene weg auf die physische (weltliche) Ebene
lenken müssen, um nicht die Bodenhaftung und damit ihre psychische Balance zu verlieren. Bei den meisten Kindern verlieren sich aber - erfahrungsgemäß - ab dem 5. Lebensjahr sowieso ganz von selbst die medialen
Fähigkeiten und Phänomene und die konkrete materielle Welt tritt immer stärker in den Vordergrund. Bei einigen Kindern bleiben die medialen Fähigkeiten aber bis ins Erwachsenenalter bestehen (oder treten überhaupt
erst im Jugend- oder Erwachsenenalter auf). Wenn dies einher geht mit einer gesunden und stabilen physischen, emotionalen und mentalen Entwicklung, ist dies relativ unbedenklich. Aber die Entfaltung der medialen
Fähigkeiten sollte man trotzdem immer Auge behalten und für eine positive Entwicklung gesorgt werden.
Die Risiken und Chancen einer medialen Veranlagung bei Kindern
Die medialen Fähigkeiten sind erst einmal ganz neutrale Fähigkeiten und gehören zum evolutionären Erbe des Menschen. Entscheidend ist vielmehr, ob man
diese Fähigkeiten gut kontrollieren kann und sie entweder zum Wohl oder zum Schaden seiner Mitmenschen einsetzt. Dazu bedarf es - gerade bei den noch unerfahrenen Kindern - erfahrene und einfühlsame Erwachsene, die
diesen Kindern eine entsprechende Orientierung gewähren.
Damit ich nicht falsch verstanden werde: ich plädiere nicht dafür, dass man nun die Kinder regelrecht ermuntern
sollte, ihre medialen Fähigkeiten auszuleben oder sie sogar noch forciert. Davon rate ich sogar entschieden ab, denn die medialen Fähigkeiten können sogar schädlich für die Entwicklung des Kindes sein und zu
einem instabilen Leben führen. Somit kann z.B. eine extreme und unkontrollierte Medialität (z.B. permanente Bedrohung durch negative Stimmen hören) auf eine gefährliche Fehlentwicklung hinweisen. In der Praxis habe
ich nicht selten erlebt, dass Kinder bei negativen medialen Erlebnissen erst mit Ängsten und langfristig mit psychischen Störungen reagiert haben. Darüber hinaus besteht besonders bei labilen und psychisch
belasteten Kindern die Gefahr, dass sie sich nur noch in die medialen Welten flüchten und irgendwann den Bezug zur physischen Realität verlieren. Hinzu kommt noch, dass die besonders emphatisch veranlagten Kinder
unter starker Reizüberflutung leiden, die sie oft noch gar nicht ohne Hilfe der Erwachsenen kontrollieren können. Daher ist es wichtig, die Entwicklung des Kindes immer genau zu beobachten und entsprechend –
mit fachlicher Hilfe, wie Ärzten, Psychologen und geschulten seriösen Beratern - gegenzulenken. Bei psychisch belasteten und labilen Kindern rate ich sogar dazu, die medialen Aktivitäten ganz einzudämmen
und erst einmal für eine gesunde, stabile und geerdete Entwicklung zu sorgen.
Hinweise für Eltern im Umgang mit ihren mediale und psychisch begabten Kindern und Jugendlichen
Abschließend möchte ich nun ein paar Hinweise geben, was Eltern für ihre sensitiv-medial veranlagten Kinder tun können. Möchte aber
betonen, dass die Hinweise nicht die erforderlichen Beurteilungen durch entsprechende Fachleute ersetzen können:
Eltern sollten - soweit es in dieser nicht immer einfachen Zeit möglich ist - die Freude und Achtung des
eigenen Körpers und des physischen Lebens vorleben. Gerade sensitive und mediale Kinder reagieren intensiver und empfindlicher auf äußere Reize und es besteht die Gefahr, dass sie in einer angespannten und
stressigen Umgebung eine ängstliche Persönlichkeit entwickeln und sich zurück ziehen oder sich in mediale Scheinwelten fliehen. Daher sollte man mit ihnen viele spannende Dinge unternehmen, die Freude machen.
Dies wird die größte Herausforderung für die Eltern sein, weil sie dann selbst dafür sorgen müssen, Freude in ihr Leben zu holen. Freude am Leben ist die beste Erdung!
viel körperliche Aktivitäten und der Aufenthalt in der Natur sind wichtig für die Erdung der sensitiven
Kinder (z.B. Spielen und Tätigkeiten in und mit der Natur, Sport und Bewegung etc.). Im Alltag sollten die Kinder schon früh in den Haushalt und andere Alltagsaktivitäten mit einbezogen werden. Die Eltern
sollten auch die körperliche Nähe und Kontakt, z.B. durch Umarmungen und Kuscheln, fördern. Gerade wenn die Kinder unruhig und überreizt sind, wirkt ein liebevoller körperlicher Kontakt mehr als tausend Worte.
Der Umgang mit einem Tier ist auch hilfreich.
ein harmonisches und reizarmes Umfeld: sensitive und mediale Kinder brauchen zu Hause Möglichkeiten des
Rückzugs, um zur Ruhe und zur Besinnung zu kommen. Dazu gehört auch eine harmonische Zimmereinrichtung; und natürlich ein eingeschränkter Gebrauch von elektrischen Medien und Geräten (wie TV und PC).
für sensitiv-medial veranlagte Kinder ist ein strukturierter Tagesablauf Orientierung und Sicherheit in der
sonst doch sehr hektischen und unüberschaubaren Welt. Lernen-, Spiel- und Ruhephasen sollten in Balance gebracht werden. Verbringen Sie oft Zeit mit Ihren Kindern, wo Sie ihnen Ihre ganze Aufmerksamkeit
schenken.
fördern Sie altersgemäß einen gesunden und hinterfragenden Verstand und eine selbständige und eigenständige
Identität ihres Kindes. Gerade emphatische und sensitive Kinder sind sehr beeinflussbar und so kann einer schädlichen Fremdbeeinflussung, sei es durch „innere Stimmen hören“ oder durch die Mitmenschen vorgebeugt
werden. Gesundes Abgrenzungsverhalten und Willensstärke gehören auch dazu.
Jugendliche, die sich mit ihren psychischen Begabungen von der Gesellschaft unverstanden oder sogar
abgelehnt fühlen, könnten als rebellische Gegenreaktion, sich okkulten Sekten, Drogenexperimenten oder schwarz-magischen Praktiken zuwenden. Z.T. aber auch nur deswegen, um die Grenzen ihrer Fähigkeiten
auszuloten. Hier mit Verbot und Moral zu kommen, wäre vollkommen fehl am Platze. Diese Jugendlichen brauchen starke Erwachsene, die über möglichst die gleichen Fähigkeiten verfügen, und die ihnen durch ihr
positives Vorbild helfen, einen Platz in der Gesellschaft – ohne Verleugnung ihrer Veranlagung - zu finden. Die kirchlichen Einrichtungen, die diese Veranlagungen oft ohne Begründung einfach nur verteufeln,
sind weder eine große Hilfe, noch erreichen sie so diese Jugendlichen, sondern provozieren eher Trotzreaktionen.
führen Sie regelmäßiges Tagebuch, wo Sie alle Phänomene und Ereignisse, die im Zusammenhang mit den medialen
Fähigkeiten Ihres Kindes auftreten, notieren sollten. Diese Notizen könnten über einen längeren Zeitraum interessante Schlussfolgerungen zu Tage bringen. Auch könnten Sie für einen (später) hinzugezogenen
Berater/ Fachmann eine wertvolle Hilfe sein. Folgende Fragen wären interessant: Welche medialen Fähigkeiten stehen im Vordergrund? (z.B. Hellsehen, Hellhören. Hellfühlen etc.) Von welchen medialen Phänomenen
berichtet Ihnen Ihr Kind konkret? (z.B. Stimmen gehört oder Verstorbene gesehen). In welchen Situationen, wann und wo traten die medialen Phänomene auf? Wie geht es Ihrem Kind dabei? Gab es negative
Begleiterscheinungen? Wenn ja, welche? Bleibt Ihr Kind psychisch stabil oder wird es instabil? Was sind die positiven Auswirkungen? Sollten längerfristig körperliche oder psychische Störungen bei Ihrem Kind auftreten, ist es ratsam einen Arzt oder Kinder-Psychiater zu Rate zu ziehen.
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