Orientierung auf dem spirituellen Weg


Viele Menschen, die sich spirituell orientieren und nach Informationen und Unterstützung Ausschau halten, haben oft Schwierigkeiten, sich im Dickicht der zahlreichen esoterischen Angebote zurechtzufinden. Ohne Erfahrung und ausgebildetes Unterscheidungsvermögen kann man leicht an "unseriöse Anbieter" spirituelle Berater und Lehrer geraten. Schon die Bibel warnt vor den sogenannten „falschen Propheten“. 

Menschen, die die Dienste eines unseriösen oder mangelhaften spirituellen Beraters/Lehrers über einen längeren Zeitraum in Anspruch nehmen, erleben oft zunächst kurzfristige, positive Effekte (z.B. Hochgefühle, innere Visionen und Heilerfolge), die aber langfristig i.d.R. keinen Bestand haben; und eine wirklich tiefgehende und beständige spirituelle Entwicklung findet daher nicht statt.  

In der folgenden Auflistung von Unterscheidungskriterien habe ich meine Erfahrungen bezüglich spiritueller Berater und Lehrer zusammengefasst.
 

Ein unseriöser, mangelhafter spiritueller Berater oder Lehrer

  • kann schon bei der ersten Kontaktaufnahme negative Reaktionen auslösen, wie z.B. Unwohlsein und Widerstände. Diese Warnhinweise sollte  man ernst nehmen und entweder Abstand nehmen oder den Berater/Lehrer einer kritischen Prüfung unterziehen. 
     
  • tritt analog und digital durch wortgewaltige, bilderreiche Hochglanzwerbung in Erscheinung. Mit langen Listen an Abschlüssen, Ausbildungen, Zertifikaten und hochtrabenden Versprechen. 
    Man sollte sich davon aber nicht blenden lassen, denn Zertifikate und Behauptungen sagen letztendlich nicht viel über die wirklichen Qualifikationen und Fähigkeiten eines spirituellen Beraters/Lehrers aus.

     
  • versucht, sich mit überzogenen Angeboten und abgehobenen Versprechen von der Masse der esoterischen Anbieter abzuheben. Z.B. spricht man nicht mehr von Heilung, sondern von Theta-Healing oder Quanten-Healing. 
     
  • berät und begleitet übermäßig viele Klienten/Schüler. Der Preis für den Fokus auf Quantität ist eine verminderte Qualität. Die Qualität sollte aber gerade in der spirituellen Arbeit an erster Stelle stehen. 
     
  • nutzt seine charismatische Ausstrahlung und rhetorische Fähigkeiten auf manipulative Weise, um möglichst viele Menschen in seinen (magischen) Bann zu ziehen. 
    Wenn man sich aber näher mit diesem Typ befasst, stellt man fest, dass die Grundlage seines Charismas ein aufgeblähtes Ego ist, ohne spirituelle Substanz. 
     
  • bezeichnet sich als "spiritueller Lehrer", obwohl er weder eine Verbindung zur spirituellen Ebene hat, noch von ihr dazu autorisiert wurde; was mit einer Amtsanmaßung gleichzusetzen ist. Die innere, spirituelle Anbindung und Autorisierung ist aber entscheidend, nicht äußere Ausbildungen, Zertifikate und Titel. 
     
  • wirkt oft wie die Karikatur eines spirituellen Lehrers
     
  • macht die Spiritualität zu einer Ware, indem er Geld, weltliche Anerkennung und Erfolg an die erste Stelle setzt und nicht Gott. Man kann aber nur einem dienen: Gott oder dem Mammon. Damit meine ich aber nicht, dass man für seine spirituellen Dienstleistungen keinen angemessenen finanziellen Ausgleich erhalten soll.  
     
  • aufgrund mangelnder Selbsterkenntnis, projiziert er seine unbewussten und ungeklärten Schattenanteile und Bedürfnisse auf den Klienten
     
  • gibt nur oberflächliches und angelesenes Wissen weiter, was aber nur mangelhaft oder gar nicht durch eigene praktische Erfahrungen durchdrungen und manifestiert wurde.
     
  • verspricht vollmundig schnelle Erfolge, garantierte Heilungen und mühelosen spirituellen Fortschritt. Es liegt auf der Hand, dass solche unrealistischen Versprechen nicht einlösbar sind. 
     
  • behauptet, dass seine Methode die einzige wahre Methode ist, um die bestehenden Probleme zu lösen, Krankheiten zu heilen und spirituellen Fortschritt zu ermöglichen.
     
  • bietet esoterische Methoden und Techniken an, ohne auf die damit verbundenen Risiken, Nebenwirkungen und Schutzmaßnahmen hinzuweisen.
     
  • aktiviert mediale Fähigkeiten (z.B. Hellsehen, Hellhören) ohne darauf hinzuweisen, was die Gefahren sind und wie man die medialen Türen wieder schließt und sich schützt. 
    Grundsätzlich halte ich es für bedenklich, wenn man eigenmächtig mediale Fähigkeiten aktiviert, da sie auf dem spirituellen Weg eher eine untergeordnete Rolle spielen und aufgrund der Risiken einen spirituellen Fortschritt sogar behindern können. 
     
  • aktiviert die Chakren (Energiezentren) und greift damit auf gefährliche Weise in das komplexe Energiesystem eines Menschen ein.  
     
  • behauptet, dass er garantiert den Kontakt zum höheren Selbst eines Klienten herstellen oder ihn sogar mit dem höheren Selbst verbinden kann.
    Das höhere Selbst (Seele) kann man aber nicht einfach herbeizitieren, sondern es entscheidet selbst, ob, wann und wie es mit seinem Menschen in Kontakt tritt. 
     
  • hat keine erkennbaren ethischen Grundlagen oder hält Ethik und Gebote sogar für überholt und nicht mehr zeitgemäß.
     
  • hat die rosa-rote esoterische Brille aufgesetzt und spricht auf abgehobene Weise nur noch von Liebe, Licht, Engeln und himmlischen Zuständen, unter Ausblendung der real bestehenden Schattenseiten und Gefahren des spirituellen Weges. 
     
  • behauptet, nur Botschaften aus der höchsten göttlichen Quelle (z.B. von aufgestiegenen Meistern) zu übermitteln. Meine Erfahrung ist aber, dass die meisten dieser sogenannten "Medien" oder "Channel" ihre Informationen nicht aus den spirituellen Ebenen, sondern vielmehr aus den darunter liegenden medialen (astralen) Ebenen empfangen. 
     
  • bezeichnet sich als "erleuchtet" oder "erwacht" und lässt keine Gelegenheit aus, dies zu betonen und öffentlich zu verkünden. Die Begriffe haben für mich aber wenig Aussagewert, was den tatsächlichen Reifegrad, die Seriosität und die konkrete Qualifikation eines spirituellen Beraters oder Lehrers betrifft. 
     
  • geht auf (berechtigte) kritische Nachfragen nur widerwillig, unzureichend oder gar nicht ein, oder gibt ausweichende Antworten. 
     
  • bindet unnötig lange Klienten an sich (oft auch wegen finanzieller Interessen) und schafft somit Co-Abhängigkeiten .
     
  • hält sich nicht an die Schweigepflicht. Dies wäre für mich ein eindeutiges Ausschlusskriterium.

     

Ein seriöser und kompetenter spiritueller Berater oder Lehrer
 

  • tritt eher zurückhaltend, demütig und sachlich auf.
     
  • wirkt im direkten Kontakt kompetent und vertrauenswürdig, indem er das, was er lehrt, auch selbst lebt und ausstrahlt. 
     
  • sieht die Tätigkeit des spirituellen Berater oder Lehrers nicht als bloßen Beruf, sondern als eine innere Berufung bzw. als Lebensaufgabe. Allerdings gibt es, was die Erfahrung, die Qualifikation, den geistigen Reifegrad, die Anforderungen und die Verantwortung anbelangt, einen eindeutigen Unterschied zwischen einem spirituellen Berater (Coach) und einem spirituellen Lehrer. 
     
  • hat als spiritueller Lehrer die innere Autorisierung durch die spirituelle Ebene erhalten. 
    Nun könnte man berechtigterweise fragen, woran man einen autorisierten spirituellen Lehrer erkennt? Eher nicht daran, dass er es groß herumposaunt, sondern indem er dies ausstrahlt, durch sein Auftreten, Handeln und vor allem an den konkreten Ergebnissen.
     
  • nimmt, um die Qualität seiner spirituellen Arbeit zu wahren, nur wenige Klienten/Schüler an. 
     
  • gibt nur das Wissen und die Methoden weiter, welche er selbst durch eigene Erfahrung erprobt und in seinem Leben sichtbar und nachhaltig erfolgreich manifestiert hat. 
     
  • klärt bezüglich seiner angebotenen Methoden umfassend über deren Risiken und Nebenwirkungen auf und darüber, wie man sich vor Gefahren schützen kann.
     
  • gibt keine Heilversprechen, denn er weiß, dass es allein in Gottes Hand liegt, ob und wann eine Heilung stattfinden kann. 
     
  • agiert weitgehend auf überpersönliche Weise und ist in der Lage, seine eigenen persönlichen Belange (Erwartungen, Vorlieben, Sympathie, Antipathie,  ein toller Berater oder Lehrer sein zu wollen etc.) zurückzustellen. Ohne aber kalt, unnahbar und abweisend zu sein. 
     
  • gibt klar zu erkennen, wenn seine Kompetenzen überschritten sind oder er den Eindruck hat, dass er nicht der richtige Berater oder Lehrer für einen Klienten ist.
     
  • sieht sich nicht als vollkommen an, sondern ist bemüht, sich durch Weiterbildung, Supervision und Selbstreflexion ständig weiterzuentwickeln, und gesteht gemachte Fehler ein.
     
  • achtet darauf, dass er nicht unter- oder überfordert, sondern nur die Inhalte und Methoden dem Klienten/Schüler übermittelt, die dieser entsprechend seinem derzeitigen Entwicklungsstand auch aufnehmen und umsetzen kann.
     
  • ist sich bewusst, dass er nur informieren, inspirieren und begleiten kann, aber die eigentliche Arbeit von dem Klienten/Schüler geleistet werden muss. Somit liegt die Hauptverantwortung für den Erfolg in der Hand des Klienten/Schülers.
     
  • dient idealerweise dem höheren Selbst und Gott, aber nicht dem Ego der Klienten/Schüler, und lässt sich daher auch nicht für persönliche Ziele instrumentalisieren.
     
  • unterstützt den Klienten/Schüler darin, sein wahres Wesen und seine Potenziale und Talente zu entfalten.
     
  • klärt auf, erläutert Hintergründe und gibt Hinweise und Empfehlungen, sagt dem Klienten/Schüler aber nicht, was er tun oder lassen soll.
     
  • beantwortet kritische Fragen nicht nur gern und ausführlich, sondern fordert und fördert sogar nachdrücklich eigenständiges Denken und Hinterfragen.
     
  • lebt eine konsequente ethische Ausrichtung (nicht zu verwechseln mit lebensfeindlichen, rigiden religiösen und spirituellen Dogmen).
     
  • schmeichelt einem Klienten/Schüler nicht oder lässt sich durch Schmeicheleien vereinnahmen, sondern ist in der Lage, zum richtigen Zeitpunkt auch die notwendigen unangenehmen Wahrheiten auszusprechen und Grenzen zu ziehen. 
     
  • achtet darauf, den Klienten/Schüler nicht (unnötig) an sich zu binden
     
  • hält sich an die Schweigepflicht.
     


Welche Rolle spielen die Haltung und Reife des Klienten/Schülers bei der Auswahl des richtigen Beraters oder Lehrers?

Aus meiner Sicht eine nicht unerhebliche Rolle. Mangelnde Erfahrungen und fehlendes Unterscheidungsvermögen, falscher Ehrgeiz, Naivität, Ungeduld, unrealistische Vorstellungen und  Sehnsüchte führen nicht selten dazu, dass man an die falschen und unseriösen spirituellen Berater und Lehrer gerät. Wenn man sich dann nur als Opfer sieht und nicht seinen Anteil der Verantwortung übernimmt, wird es schwierig. 

Auch ist die Haltung in esoterischen Kreisen weit verbreitet, möglichst schnell und ohne Anstrengung und Eigenleistung, Erfolge auf dem spirituellen Weg erzielen zu wollen. So entwickelt man nicht selten eine oberflächliche und abgehobene Pseudo-Spiritualität. 

Der seriöse spirituelle Weg erfordert aber viel eigene Anstrengung, Ausdauer, Verantwortungsübernahme, Unterscheidungsvermögen, Demut und die Bereitschaft, sich seinen Schatten zu stellen und sich ethisch auszurichten. Auf dem spirituellen Weg sollte die Nähe zu Gott und die Verbindung zum höheren Selbst  an erster Stelle stehen und nicht die Erlangung von esoterischen, magischen und medialen Fähigkeiten oder irgendwelchen Titeln oder Einweihungen. 
 


Akzeptiert nichts, nur weil es ein anderer gesagt hat,
weil es auf eine Autorität eines Weisen beruht
oder weil es in einer heiligen Schrift geschrieben steht.

Glaubt nichts, nur weil es wahrscheinlich ist.

Glaubt nicht an Einbildungen und Visionen, 
die ihr für gottgegeben haltet.

Glaubt nichts, nur weil die Autorität eines Lehrers
oder Priester dahintersteht.

Glaubt an das, was ihr durch lange eigene 
Prüfung als richtig erkannt habt,
was sich mit eurem Wohlergehen
und dem anderer vereinbaren lässt“

Gautama Buddha



 

Das Copyright © für diesen Text hat:
Ralf Manthey, 22880 Wedel
E-Mail: ralf-manthey@online.de


 

 

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